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14.02.2017

Voller Einsatz für das Klima:

GRÜNE Wallenhorst luden zu Vortrag von Klimaschutzmanager Sprenger

Die Anstellung eines Klimaschutzmanagers hat sich gelohnt. Das ist das Fazit, welches der Wallenhorster Ortsverband (OV) der GRÜNEN am Abend des 09.02. zog. Zusammen mit Gästen aus Bramsche und Georgsmarienhütte hatten sie sich an diesem Donnerstag im Ruller Hotel Lingemann mit dem kommunalen Klimaschutzmanager Stefan Sprenger versammelt, um sich von ihm über seine Tätigkeiten in den letzten knapp 2 Jahren berichten zu lassen und sich mit ihm über die ökologische Zukunft der Gemeinde auszutauschen.

 

Bisher nutzen im Landkreis Osnabrück neben Wallenhorst lediglich Melle und Bad Rothenfelde die Möglichkeiten eines Klimaschutzmanagers, dessen Bezahlung über drei Jahre zu 65% vom Bund gefördert wird. Für Georgsmarienhütte steht im Herbst die Entscheidung über die Einstellung eines
Klimaschutzmanagers an.
Im Rahmen des kommunalen Klimaschutzkonzeptes war die Stelle besetzt worden. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates begann er zum 1. April 2015 seine Arbeit in Wallenhorst, berichtete Sprenger. Begleitet worden sei die Erstellung des Konzeptes von einem Klimaschutzbeirat der Gemeinde, der aus Vertretern der Fraktionen, Verwaltung und Experten aus der Gemeinde bestand. Insgesamt seien 41 Maßnahmen mit unterschiedlicher Priorität
verabschiedet worden, die er jetzt zu bearbeiten habe. Einige davon stellte er an diesem Abend vor. Die meisten drehten sich um das Energiesparen und Mobilität, aber auch das Thema Konsum wurde behandelt.
Mit den Schulen und Kindergärten würden seit September 2015 Aktionen mit dem Ziel durchgeführt, Wärme und Strom einzusparen, und somit ein nachhaltiges Bewusstsein für Energie bereits bei Kindern zu wecken. Solche Aktionen würden über vier Jahre mit 65% von der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.
Im Bereich Verkehr biete Wallenhorst seinen Bürgern nun Carsharing an, um so den Autoverkehr zu verringern. Man könne zwischen einem Auto mit Verbrennungs- und einem mit Elektromotor auswählen. Außerdem beteiligte sich die Gemeinde 2016 am bundesweiten „Stadtradeln“. Ziel sei
es gewesen, dazu anzuregen, den Weg zur Schule oder zur Arbeit zu radeln. Insgesamt wurden im Wettbewerbszeitraum von 3 Wochen 38.000 km und damit mehr Kilometer als in der Nachbarstadt Osnabrück geradelt. Des Weiteren wurden mittels Fragebögen, die an die Haushalte verteilt wurden,
Anregungen für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur gesammelt (130 Antworten). In einem ersten Schritt solle nun in Lechtingen im Bereich zwischen Boerskamp, Pyer und Osnabrücker Straße die bereits vorhandene Infrastruktur zu einer Fahrradstraße umgewidmet werden. In diesem Zusammenhang fand Erwähnung, dass die Gemeinde momentan kein ganzheitliches Mobilitätskonzept verfolgt, sondern punktuell bedarfsorientierte Verbesserungen in der Infrastruktur anstrebt, wie die Fahrradumfrage zeige.
Der Radverkehr fand im weiteren Verlauf der Veranstaltung besonderes Interesse und wurde angeregt diskutiert. Die Verwirklichung eines ersten konkreten Projekt ist nun in Lechtingen (s.o.) vorgesehen. Während die dortige Errichtung einer Fahrradstraße im Übrigen eine Vorleistung für einen potenziellen Radschnellweg nach Osnabrück darstellt, wird sich der Bau eines Weges von Hollage nach Halen, und damit zum nächstgelegenen Bahnhaltepunkt, weiter verzögern. Eine schnelle Umsetzung dieses Projekts scheitere weniger am grundsätzlichen Willen, denn an Zuständigkeitsfragen, wie Sprenger meinte. Da die Hollager Straße, deren Verlauf sich der Radweg
wohl anpassen würde, im Landesbesitz sei, habe die Gemeinde hier keinen direkten Einfluss.
Des Weiteren wurde im Zusammenhang mit der Maßnahme in Lechtingen auch der immer wieder auftretende Konflikt zwischen Rad- und Autofahrenden sowie die Frage nach dem gegenseitigen Umgang miteinander thematisiert.
Um zurück zu den bereits umgesetzten Projekten zu kommen: Schon im vorletzten Jahr sei die Erlebnis-Ausstellung „Klimamarkt 2050“ zum nachhaltigen Konsum gezeigt worden. Das Bremer Projekt war im Herbst 2015 in Rulle zu besichtigen und zog hauptsächlich Gruppen an, u.a. Schulklassen und Studierende. Diese konnten sich dort über die CO?-Kosten des täglichen Einkaufs informieren.
Das Thema der Energieeffizienz im Privathaushalt ist nach Aussage von Klimaschutzmanager Sprenger das größte kommunale Handlungsfeld im Bereich der CO?-Einsparungen. So fördere die Gemeinde über ein mit 10.000 Euro ausgestattetes Programm den Austausch alter Heizpumpen gegen Hocheffizienzpumpen. Zusätzlich gab es eine Flugthermographie-Aktion, durch die jeder Hausbesitzer die Isolierung seines Hauses überprüfen konnte. Dies ist übrigens auf Anfrage immer noch möglich. In diesem Bereich kann man sich außerdem einmal im Monat beraten lassen (5,- € pro Beratung). Viele Aktivitäten des Rathauses hätten, so Sprenger, eher Symbolwirkung. Die
Gemeinde folgt hier dem Motto: „Wer etwas fordert, muss es auch vorleben“. Letztendlich sei jeder einzelne Bürger in der Verantwortung. Sprenger, der nach Möglichkeit jeden Tag von seinem Wohnort Osnabrück-Nahne zu seinem Arbeitsplatz im Wallenhorster Rathaus mit dem Rad fährt, gibt da selbst das beste Beispiel ab.
Ein Schritt zu mehr Klimaschutz heiße im Übrigen zunächst einmal: sich informieren. Dies taten zwei Schülerinnen, die bereits die Ratsarbeit im Rahmen des Informationsprojekts für Schülerinnen und Schüler mitverfolgt hatten. Deren Anwesenheit wurde positiv vermerkt – schließlich ist es im besonderen ihre Zukunft und generell die der jungen Generation, welche ein Stück weit erträglicher werden soll. Kommunaler Klimaschutz und sonstige, weiter greifende politische Maßnahmen gegen den weltweit drohenden Klimawandel sind dabei eng miteinander verknüpft.
Die Besucher der Veranstaltung bedankten sich mit Applaus bei Herrn Sprenger für seinen informativen Vortrag, dem eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmern folgte. Der OV-Vorsitzende Dr. Nüßlein schloss den Abend mit dem Hinweis darauf, dass es für die Gemeinde ein Glücksfall sei, dass die Klimaschutzinitiative von einem derart engagierten Mitarbeiter begleitet werde.

 

Abschließend lud er zur nächsten Sitzung des OV am 06. April, 20 Uhr, im Hotel Lingemann ein, in der weitere Themen zu grüner Umweltpolitik auf der Tagesordnung stehen werden und zu der Gäste herzlich eingeladen sind.



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