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20.10.2017

Andreas Wellmann berichtete den Grünen über die Nitratentwicklung in Wallenhorst.

Steigende Nitratbelastungen in Förderbrunnen

Grüne: Ursachen klären und Maßnahmen ergreifen

Wallenhorst – Was sind die Ursachen der steigenden Nitratbelastung im Grundwasser und welche Maßnahmen kann die Gemeinde ergreifen, um langfristig gutes Trinkwasser für die Haushalte bereitzustellen? Diesen Fragen wollen die Grünen im Gemeinderat nachgehen, kündigte der Fraktionsvorsitzende Dr. Arnulf Nüßlein nach einem Vortrag von Andreas Wellmann vom Wasserwerk an.

An sich erfülle das Rohwasser der Wasserversorgung Wallenhorst GmbH bereits bei der Förderung die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung und könne als Trinkwasser ohne weitere Aufbereitung direkt in die Speicherbecken gefördert werden, was auch so praktiziert werde, berichtete Wellmann. Einzelne Überschreitungen des Nitratgrenzwertes bestimmter Brunnen würden aber auch das Wasser in Wallenhorst belasten. Das Wasser werde aus acht Brunnen gefördert, die eine Tiefe von ca. 50-70 m hätten.

Als im Förderbrunnen Lechtingen 3 im vergangenen Jahr achtmal überhöhte Nitratwerte gemessen worden seien, sei die Förderung aus diesem Brunnen unverzüglich gedrosselt und ein erhöhter Wasseranteil stattdessen aus der Verbindungsleitung von den Stadtwerken Osnabrück ins Wasserwerk Lechtingen eingespeist worden. Aus dem Brunnen Rulle 3, der mitten in einer landwirtschaftlichen Fläche liege, werde inzwischen kein Trinkwasser mehr gefördert, nachdem dort seit langem Nitratwerte gemessen worden seien, die dauerhaft über dem zulässigen Grenzwert von 50 mg/l liegen - zuletzt am 2. Oktober mit 56,3 mg/l.

Durch Vermischung auch mit Wasser der Osnabrücker Stadtwerke, das in Thiene (Alfhausen) gefördert werde, werde für die Haushalte ein ausreichend gutes Trinkwasser gewährleistet, das alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung sicher einhalte, erklärte Wellmann. Eine Überschreitung von Grenzwerten im Netz sei bisher nicht vorgekommen. Eine teure Denitrifikation sei dadurch bisher nicht erforderlich. Lediglich dem Lechtinger Wasser werde wegen der dort hohen Wasserhärte (=gelöste Magnesium- und Calcium-Ionen im Wasser) in geringfügiger Dosierung Phosphat- und Silikatanteile zugefügt, um die nachteiligen Härteeigenschaften abzumildern.

Für die Versorgung von ca. 26.500 Einwohnern, die über etwa 7.000 Hausanschlüsse versorgt werden, könne bisher ein günstiger Wasserpreis von brutto 1,10 Euro pro m³ gehalten werden. Im Vergleich dazu hätten die Stadtwerke Osnabrück vor allem durch die langen Transportwege von weit außerhalb ins Stadtgebiet hinein und durch die Aufbereitung des Wassers einen viel höheren Kostenaufwand, sodass das Stadtwasser bei 1,54 Euro pro m³ liege, stellte Wellmann fest. Der tägliche Wasserverbrauch in Wallenhorst sei im Lauf der Jahre auf durchschnittlich ca. 127 l pro Person zurückgegangen. Dieser Trend sei bundesweit zu beobachten. Ursache sei ein umweltbewussteres Verbraucherverhalten sowie die Verwendung sparsamerer Haushaltsgeräte.

Die maximale Fördermenge für die 5 Brunnen in Pye/Hollage und die 3 Brunnen in Lechtingen sei bei der Erteilung des Wasserentnahmerechts von der Genehmigungsbehörde (Landkreis Osnabrück) auf 1,65 Mio m³ jährlich begrenzt worden. Für die Zeit ab 2021 müsse für Lechtingen ein neuer Förderantrag vorbereitet werden, da das bestehende Wasserrecht dieser Brunnen dann nach 30 Jahren ablaufe. Nachdem es bisher in Wallenhorst nur für die Brunnen in Lechtingen ein Wasserschutzgebiet gebe, wurde ein solches gerade auch für den Bereich Pye/Hollage beantragt.

Ein anwesender Landwirt empfahl, die automatische Statusänderung nach 5 Jahren von in Grünland umgenutzten Flächen abzuschaffen, da ansonsten häufig die Rückumwandlung in Ackerland erfolge. Obwohl Belastungen aus Mikroplastik sowie Arzneimittelrückständen laut Wellmann in den Wallenhorster Brunnen bisher nicht festgestellt wurden, wollen die Grünen auch diese Probleme im Auge behalten.

Die Kooperation mit der Landwirtschaft wollen die Grünen intensiviert wissen, kündigte Nüßlein an. Der Zuwachs an Maisflächen sei Gift für die Trinkwasserqualität. Eine andere Landwirtschaftspolitik müsse für weniger Düngeeinträge, Fruchtwechsel und umweltverträgliche Tierhaltung sorgen. Dazu könne der Verbraucher mit gezieltem Einkauf möglichst aus biologischer und regionaler Haltung beitragen.




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